making frankfurt / WDC Frankfurt Rhein Main 2026


pastasciutta antifascista

2026

gemeinsam Stadt gestalten in Frankfurt 

ZUTATEN
500 g
3 EL
1 große Tasse 2 Handvoll
1 Bund
1 TL
1 Prise
2–3
Ein Spritzer
Respekt
Neugier auf andere Perspektiven Meinungsfreiheit
Geduld beim Zuhören
Vielfalt (frisch aus der Nachbarschaft) Mut zur eigenen Meinung
Selbstkritik
kompromissbereite Gespräche Humor

ZUBEREITUNG
Einen großen Topf mit Offenheit füllen und zum Kochen bringen. Sobald die Atmosphäre passt, unterschiedliche Meinungen vorsichtig hineingeben – auch wenn sie anfangs hart wirken. Durch Gespräche werden sie nach und nach weicher. Geduld einrühren und regelmäßig umrühren, damit niemand übergan- gen wird. Vielfalt aus verschiedenen Hintergründen und Gene- rationen hinzufügen, denn sie bringt zusätzlichen Geschmack.
Mit Respekt abschmecken, damit die Diskussion nicht anbrennt. Anschließend alles eine Weile köcheln lassen, bis sich Kompromisse entwickeln. Zum Schluss etwas Humor darüber- streuen, um die Stimmung aufzulockern.
Serviervorschlag: Am besten gemeinsam am großen Tisch servieren, zum Beispiel bei Vereinen, Stadtteiltreffen oder Bürgerversammlungen. Besonders gut schmeckt es, wenn alle mitwirken dürfen.

Die Antifaschistische Pasta wird seit 1943 jedes Jahr am 25.Juli von der Familie Cervi, einer italienischen Partisanenfamilie ausgerichtet. Damals wurde die Festnah- me von Mussolini damit gefeiert und bis heute wird an diesem Tag dort und überall in Italien gratis Pasta ausgegeben, um zusammen zu feiern, sich gegenseitig Mut und Kraft zu geben und auch in Zeiten wiedererstarkend rechter Strukturen demo- kratisches Miteinander zu feiern. 

Bei dem von „markig frankfurt“ ausgerichteten Wochenende OFF THE WALL vom 12.-14. Juni in den Frankfurter Wallanlagen wird die Antifaschistische Pasta eines der geplanten Events sein. Am Samstag, den 13.Juni werden wir ab 18.00 Uhr Pasta hier nach dem Originalrezept der Familie Cervi für ca. 200 Personen bereitstellen. Auf den Tischdecken wollen wir die Gäste fragen, wie aus ihrer Sicht der öffentliche Raum der Wallanlagen Grundlage für „Stadt in der wir leben wollen“ werden kann. Die Antworten und Beiträge werden an dieser Stelle dokumentiert und tragen das Projekt über das Event hinaus.

Die Antifaschistische Pasta soll zufällige Stadtbewohner*innen zusammenbringen, sie unter einer übergeordneten, demokratischen Denkweise einander näher bringen, Spaß machen, aktivieren, sättigen. 

Die Idee der „pastasciutta antifascista“ die seit 1943 in die Welt getragen wird, deckt sich mit dem Designan- spruch der World Design Capital Frankfurt Rhein-Main 2026 „Design for Democracy: Atmospheres for a better life“, Design als Motor für gesellschaftlichen Wandel.

Mit den Mitteln der (Theater-)Szenografie werden Interventionen im öffentlichen Raum erschaffen, die demokratische Räume der Teilhabe eröffnen, die Austausch, Kennenlernen und Miteinander zufälliger Stadtbewohner*innen ermöglichen.

So wie im Theater Szenografischen Setzungen für Spielende und Regieführende interessante Herausforderungen darstellen können, sorgen Interventionen im öffentlichen Raum für Irritationen, unterbrechen Bewegungsströme, fallen auf. Es entsteht ein zufälliges Erlebnis, dass den Alltag der Menschen unterbricht und bereichert und ihren Blick auf ihre Umgebung und ihre Mitmenschen schärft.

Die Idee der Gemeinschaft stärkenden Pasta, an einer langen Tafel, unter offenem Himmel, ist seit über 80 Jahren nicht ausgestorben und breitet sich immer weiter aus, daran können wir anknüpfen und diese soziale Plastik weiter in die Zukunft tragen und wachsen lassen.

gefördert von AmKA – Amt für multikulturelle Angelegenheiten Frankfurt am Main